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ERLEBNISBERICHT SILVRETTA

© Alpinkreaktiv (23.06.10)


Sport

Eine Wandersfrau erzählt

Strahlender Sonnenschein begrüßt uns am Silvretta-Stausee. Wow - diese Ausblicke auf Fels, Schnee und Eis! Gestern Abend saß ich noch in einem Berliner Straßencafé ... Eine Teilnehmerin der Alpinkreaktiv Wanderreise erzählt.



Foto: © Alpinkreaktiv

trahlender Sonnenschein begrüßt uns am Silvretta-Stausee. Wow - diese Ausblicke auf Fels, Schnee und Eis! Gestern Abend saß ich noch in einem Berliner Straßencafé ... Nun sitze ich bei einem Kaffee im Madlener Haus (1998m) und lass mich von der faszinierenden Landschaft beeindrucken. Bin schon gespannt auf die anderen Wandersfrauen ...

Nachdem alle “eingecheckt” und begrüßt sind, steigen wir gleich auf die Bielerspitze (2545m). Die Aussicht von dort ist grandios. Wir bekommen einen ersten Eindruck von der Landschaft, die wir in den nächsten Tagen durchwandern wollen. Es blüht eine Menge - noch in dieser Höhe! Wir wandern durch bunte Wiesen. Das ist für eine begeisterte Botanikerin wie mich einfach nur wunderbar!

Am nächsten Morgen wandern wir bei bestem Wetter am milchigen Sivretta Stausee entlang. Es geht gleich steil bergauf teils über riesige Granitgeröllbrocken. Auf 2700m zieht jede eine kleine Leckerei aus ihrem Rucksack, Gudrun hat Brot dabei und wir freuen uns alle über das tolle Picknick. Gestärkt stiefeln wir wieder bergwärts, lassen unsere Rucksäcke liegen und steigen auf das Hohe Rad (2934m). Die Mühe wird mit einem fantastischen Panorama belohnt.

Schließlich geht es mit flotten Schritten zur Wiesbadener Hütte (2443m) - es ist nicht mehr weit. Keine fünf Minuten nach Ankunft donnert und regnet es! Welch ein Glück trocken angekommen zu sein! Der nächste Morgen ist wolkenverhangen. Wir wandern talauswärts, um die kleine Schattenspitze herum und in das Ursprüngliche am Klostertaler hinein. Kurz vor der Klostertaler Hütte folgen wir einer schmalen Pfadspur nach rechts und balancieren bald über zwei nicht sehr vertrauenserweckende kleine Holzbrücken. Erneut geht es aufwärts -  in dichtem Nebel steigen wir still zum Litzner Sattel auf. Ein eisiger Wind empfängt uns und rasch geht es auf einer schmalen Pfadspur hinab. Wir konzentrieren uns auf unsere Schritte und sind von den nahen Gletschern und ihren gluckernden Geräuschen beeindruckt.

Gudrun entdeckt Schneehühner. Sie sind mit ihrem grauem Gefieder perfekt getarnt. Ein kurzer Anstieg und wir erreichen auf 2538m die malerisch schöne Saarbrücker Hütte. Nachmittags haben wir viel Spaß beim Bauen eines großen Steinturmes. Am nächsten Morgen wecken mich Sonne und muntere Schritte auf dem Dielenboden. Die Saarbrücker Hütte ist rund 100 Jahre alt und es knarrt und ächzt schon mal im Gebälk. Nach kräftigem Frühstück folgen wir dem Kromer Bach hinab bis auf ca. 1800m. Wir umrunden den Valgrageskopf und steigen auf zum Hochmaderer Joch (2505m) wo wir eine längere Verschnaufpause einlegen bevor wir auf den Gipfel des Hochmaderer (2823m) kraxeln. Dieser Abstecher lohnt alle Mühe, denn die Aussicht ist faszinierend.

Der fünfte Tag beginnt mit einem kräftigen Anstieg über Geröllfelder und durch die von mir ungeliebten Schneefelder zum Plattenjoch 2573m. Oben angelangt stehen wir unmittelbar vor einem mächtigen Steinbock! Bald darauf entdecken wir in wenigen Metern Entfernung noch etwa 15 Tiere. Nach diesem beeindruckenden Erlebnis steigen wir Richtung Seealpe ab. Hier hinterlässt der geschmolzene Gletscher eine unwirkliche karge, dennoch wunderschöne Landschaft, die fast an Meer und Strand erinnert. Weiter geht es durch üppig grüne Wiesen und der schöne See lädt uns zum verweilen ein. Eine zweite Pause gibt's unweit, in der urigen Seetalhütte die ein original Almöhi betreibt.

Nach einer Kaffeepause steigen wir zur Alp Sardasca auf 1645m ab. Dort machen wir eine Trinkpause und freuen uns bei heißem Wetter über die Sirupbar. Eine tolle Idee: im kühlen Brunnenwasser stehen Flaschen mit selbst gemachtem Johannisbeer-, Alpenrosen- und Minzsirup. Ein Schuss davon in die Trinkflasche mit Quellwasser gespritzt schmeckt dies lecker und erfrischt. Mit ein paar Blaubeeren vom Wegesrand versüßen wir uns den zweistündigen Aufstieg zur Silvretta Hütte (2341m). Wir genießen den warmen Tag auf der Sonnenterasse und dem leckersten Pflaumenkuchen der Welt!

Der nächste Tag ist zuerst von Nebel und Sprühregen bestimmt und wir erkunden die Spielesammlung der Hütte. Am Nachmittag starten wir dann doch noch zu einer Rundtour um den nahen Badesee. Am siebenten Tag weckt uns die Sonne! Der nahe Gletscherpfad wird erkundet - wunderschön! Wir müssen heute zurück zum Ausgangspunkt. An der Roten Furka gibt's eine kleine Pause und wir bestaunen nochmals die weiten glitzernden Gletscherflächen. Zurück am Madlener Haus genießen wir gemeinsam den letzten Apfelstrudel und dann heißt es: “Ade liebe Berge bis zum nächsten mal.” Die Zeit ist verflogen, schön war's, eine tolle Gruppe waren wir!

Seit heute hat mich der Arbeits-Alltag wieder. Eine Besprechung mit meinem Kollegen bringt mich endgültig wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Heute Nacht träume ich hoffentlich wieder von den Bergen.

Die nächste Silvretta Wanderwoche - faszinierende Rundtour in den Ostalpen findet von 24. - 30. Juli 2010 statt.

Alpinkreaktiv - Wander- und Kletterreisen für Frauen
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Gudrun Queitsch
Lengenwies 2
D-82547 Eurasburg
0049-(0)8179 929284
www.alpinkreaktiv.de

ZUM NACHLESEN:
Alpinkreaktiv von Gudrun Queitsch
Alpinkreaktiv von Gudrun Queitsch
Hüttentrekking durch die Dolomiten von Alpinkreaktiv

Foto: © Alpinkreaktiv



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