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HäFNGIRLS IM FILMHIMMEL© Gangster Girls Presse (08.01.11)
Gangster Girls auf DVD
Die “Gangster Girls” aus dem Frauengefängnis Schwarzau sind aufgenommen ins Pantheon des österreichischen Filmes: als Nummer 174 der Edition “Der Österreichische Film” sind sie ab sofort auf DVD erhältlich.
Gangster Girls
Ein Dokumentarfilm aus dem Frauengefängnis Schwarzau von Tina Leisch und Ursula Wolschlager
Österreich 2008, 79 Minuten
Sie pendeln zwischen Heroinkick und Spielzeugpistolenüberfall, zwischen Kaufrausch und heulendem Elend. Sie lernen Englisch und Gefängnisjargon. Sie warten auf herein geschmuggeltes Ersatzglück und den nächsten Ausgang.
Im einzigen österreichischen Frauengefängnis Schwarzau teilen Drogenkurierinnen, Räuberinnen und Betrügerinnen Zellen und Liebessehnsucht, Wuzzeltabak und Duschgel. Sie träumen von ihren fernen Kindern oder von einem der jugendlichen Häftlinge aus der Justizanstalt für männliche Jugendliche Gerasdorf, die einmal in der Woche zu einem koedukativen Theaterworkshop ins Frauengefängnis gebracht werden.
Was brachte sie hinter Gitter und was macht das Gefängnis mit ihnen?
Die Antworten, die die jungen Frauen improvisierend auf der Bühne präsentieren, sind oft ganz andere, als diejenigen, die sie in intensiven Interview-Tableaus geben. So entsteht ein vielschichtiges, von den Gefangenen selbst gezeichnetes Bild des sozialen Raumes Gefängnis.
Gedreht während der Erarbeitung des Theaterstückes Medea bloß zum Trotz, verzichtet der Film auf Bilder von rasselnden Schlüsselbunden, grantigen Beamten, Überwachungskameras und Monitoren. Anstatt den Blick auf die tägliche Entmündigung des Eingesperrtseins zu richten, bewegt sich der Film überwiegend in dem kleinen Freiraum der Theatergruppe, in dem die jungen Gefangenen tanzend, flirtend und sich befetzend für ein paar Stunden wöchentlich Kreativität, Witz und Pathos statt Disziplin üben. Auch wenn der Film nicht den Anspruch erhebt, die allmächtige Disziplinierungsmaschine Gefängnis zu portraitieren, spürt man doch immer
wieder, wie sie mit unsichtbarer Kraft ins Bild wirkt.
Gangster Girls auf DVD
ie “Gangster Girls” aus dem Frauengefängnis Schwarzau sind aufgenommen
ins Pantheon des österreichischen Filmes: als Nummer 174 der Edition “Der Österreichische Film” sind sie ab sofort fast überall erhältlich, wo es DVDs gibt.
Besonders freut es uns, dass von den Mitwirkenden nur eine Frau und zwei Burschen die DVDs nicht selber im Elektronikmarkt-Regal stehen sehen: alle andren wurden inzwischen entlassen. Die Drogenkurierinnen wurden in die Armut ihrer Herkunftsländer zurückgeschoben. Drei Protagonistinnen haben sich nach der Entlassung glücklich verliebt: offensichtlich die beste Resozialisierungsmaßnahme: alle drei scheinen den Häfn - toi toi toi - für immer hinter sich gelassen zu haben, zwei haben inzwischen Babies bekommen.
Diejenigen, um die wir uns Sorgen machen, sind die Giftlerinnen: Der Filmhimmel ist sehr weit weg von ihrer Drogenhölle. Man hört nichts von ihnen, Halbwertszeit ihrer Handynummern: sechs Wochen. Jemand hat die eine hier, die andre dort gesehen. Voll drauf. Leider. Und mit einem Fuß fast schon wieder drin. Denn das Gefängnis der Sucht ist für arme Menschen oft der Vorgarten zur Strafhaft. Warum aber eine Justizanstalt nicht der geeignete Kurort für Drogenkranke ist, erfahren Sie unter anderem in “Gangster Girls”.
“Wenn wir die in Gefängnissen wirkenden Machtregimes beobachten, können wir also viel, nein: alles über die Gesellschaft als Ganzes lernen. Diese Möglichkeit der Lektion ist das Thema von Tina Leischs Gangster Girls.” (Andrea B. Braidt)
P.S.: In Zusammenarbeit mit dem DokumentarfilmerInnenverband dok.at haben die Herausgeber DER STANDARD, Filmarchiv Austria und Hoanzl außerdem eine Box mit einer Auswahl der zwanzig wichtigsten Dokumentarfilme der letzten beiden Jahrzehnte herausgebracht: auch darin sind die “Gangster Girls” vertreten.
P.P.S.: Mit Untertiteln in Englisch, Spanisch und für Leute mit Hörproblemen.
gangstergirls.at
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