|
Login
Information
Kommunikation
|
RIVALINNEN© Marlen Schachinger (21.05.05)
Neuer Lesbenroman aus dem Hause Krug & Schadenberg
So manches lässt sich an Manuela Kucks Roman “Die Rivalin” kritisieren. Spannend ist die Fortsetzung der Geschichte von Rieke und Paula, die in “Hungrige Herzen” ihren Anfang nahm, jedoch.
ie Rivalin” müsste im Grunde genommen “Die RivalInnen” heißen. Dies zeigt schon: so manche der ProtagonistInnen kommt zumindest einer der drei erzählenden Figuren Paula, Riecke und Ariane in die Quere: eine zu tiefst verletzte Ex; eine, der keine Beziehung heilig ist; eine, die zu spät versteht, dass Nachlaufen noch keine Basis bildet; eine Schwester, KollegInnen, ein beleidigter One-Night-Stand; eine Sekretärin, die allzu gerne die Fäden in ihrer Hand behält...
Wer wem und inwiefern soll hier en detail noch nicht gelüftet werden. Zur Handlung nur so viel: Paula und Riecke sind seit “Hungrige Herzen” ein Paar; Paula, deren Alltags-Leben von ihrer Ess-Störung und ihrer panischen Angst vor zu viel Nähe geprägt ist; und Riecke, mit einer großen Sehnsucht nach einem Leben zu zweit samt Häuschen, Garten usw., Riecke ist eine Bistro-Besitzerin, mit fabelhaftem Ananaskuchen, dem selbst Paula nicht widerstehen kann.
Dann aber taucht Ariane auf und stört die Harmonie, die schon länger keine mehr ist, und das fragile (Un-)Gleichgewicht bricht zusammen; Ariane, die Neue, die Fremde, die Erotisierende, die nichts so sehr hasst wie Blümchen-Sex, Mutti-Ton oder Weichspüler-Lockenwickler-Werbung.
Der Inhalt - Liebeswirren mit kleineren Exkursen zu den Themen Ess-Störungen, Arbeitssucht, Gewalt in Beziehungen und wiederkehrende Beziehungs-Muster bzw. die Angst davor - gewinnt durch die Dreieck-Struktur der Erzählhaltung, auch wenn das keine innovative Methode des Aufbaus sein mag.
Die Figurengestaltung lässt zu wünschen übrig, bleibt vielfach im Klischee verhaftet; insbesondere Riecke ist leider eher blass; Ariane scheint zumindest teilweise zur plastischen Figur zu werden, mit Ecken und Kanten, Untiefen und Reizen, was diesen Teil des Buches auch spannend macht; leider verflacht sie gegen Ende des Romans wieder auffallend, und mögliche Facetten werden mit lapidaren Kindheits-Anspielungen zugekleistert.
Vorsicht sei obendrein all denen geboten, die Ansprüche an eine literarische Sprache stellen, Wortwiederholungen verabscheuen, die auf Termini wie “gehaltsmäßig” mit Schluckzwang reagieren und denen die Aussage “Du siehst ja ganz schön groggy aus” von einer Frau mit 40+ aufgrund der Wortwahl beklemmendes Unwohlsein beschert. All diesen LeserInnen sei zudem geraten, die Dialoge im ersten Drittel zu überfliegen, den Suggestivfragen der Ich-Erzählerinnen in ihren Selbstgesprächen durch rasche Augenbewegungen auszuweichen und sich nicht mehr zu erwarten, als einen netten Roman zur Abendlektüre.
Allen unempfindlicheren Mägen: Viel Vergnügen bei der Lektüre.
 Manuela Kuck Die Rivalin
Verlag Krug & Schadenberg, 2005 276 Seiten, gebunden €D 19,90 / €A 20,50 / sFr 34,90 ISBN 3-930041-46-4
Buch bestellen
ZUR AUORIN:
Manuela Kuck Geboren 1960, aufgewachsen in Wolfsburg, lebt und arbeitet heute in Berlin. Sie schrieb die Trilogie “Lindas Entscheidung”, “Neue Zeiten für Linda ” und “Lindas Ankunft”. Weiters die Romane “Die Schattentänzerin”, “Die Boxerin” und “Hungrige Herzen”.
Kommentare unserer Leserinnen...* Du kannst ...:  Es gibt noch keine Leserinnenmeinung zu diesem Artikel. * Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasserinnen verantwortlich.
|