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MAGAZIN

Polizeischutz für Kinderschlächter

© Viktoria Roth (14.05.06)


Politik & Gesellschaft

... titelt das stürmerische Online-Organ der Inquisitoren von Kreuz.net

Anlass für die reißerische Headline ist, die Forderung der Steirischen SPÖ-Frauen nach einer Schutzzone vor einer Arztpraxis in Graz, bei der Abtreibungsgegner von Human Life International seit Jahren alltäglich ungehindert ihren Terror durchziehen.



SLP-Broschüre: Volle Selbstbestimmung für Frauen - Gegen den Terror der AbtreibungsgegnerZum Kreuz.net Artikel: Polizeischutz für die Kinderschlächter

omos, Juden, Moslems, Freimaurer, "Feministen", Linke, ... sind neben dem legalen Schwangerschaftsabbruch die bevorzugten Zielscheiben des katholischen Hasses, der hier mit den Mitteln der Denunziation, Verleumdung, Lügen und Beleidigungen, mittels Hetze, Rufmord und sonstigen Mitteln arbeitet. Die Herrschaften wähnen sich medienrechtlich anonym und nicht greifbar. (Zitat aus dem Impressum: "‚kreuz.net’ ist die Initiative einer internationalen privaten Gruppe von Katholiken in Europa und Übersee, die hauptberuflich im kirchlichen Dienst tätig sind. ‘kreuz.net’ akzeptiert ohne Namen eingereichte Informationen und betrachtet es als Ehrensache, die strikte Anonymität seiner Informanten zu wahren.") Einmal so schön anonym, flippen die anonymen Kreuz.net-Brigaden in ihrem katholischen Jargon völlig aus. Dem Klerus in Österreich scheint es zu gefallen, denn sonst wäre dieser Mist schon längst abgedreht. Im Abstellen hat diese Kirche genügend Praxis bewiesen.

Dass dieses rechtsrabiate Kreuz.net in Österreich/Deutschland arbeitet, zeigen die zahlreichen Artikel, die sich auf Österreich und Umgebung beziehen sowie diverse namentlich genannte Autoren und Interviewte: Artikel von Kath.net, Tagespost, AlfA, der Website von "Jugend für das Leben«, YOU-Magazin und sonstiger einschlägiger Postillen werden einfach übernommen oder zitiert, Opus Dei-Vertreter und ultrarechte Kardinäle aus Deutschland und der Schweiz sind laufend in der "Berichterstattung". Leute aus den immer gleichen Seilschaften, wie der braune "Volks"anwalt Stadler, demnächst Spitzenkandidat der Freiheitlichen im Wahlkampf und aktiver Unterstützer von HLI, verkünden dort ihre frauenfeindliche Politik, der leicht demente Pornojäger Humer von der Europäischen Bürgerwehr, diverse HLI-Aktivisten aus Österreich, der soeben verurteile Holocaustleugner und Wiederbetätiger Gudenus wie auch der Ultrakathole und Anwalt HLI’s/Dietmar Fischers, Alfons Adam, Chef von "Pro Vita Österreich". Pro Vitas Gründungs- und Vorstandsmitglied ist/war der ÖVP Bundesrat und nunmehrige Abgeordnete Vincenz Liechtenstein. Auch er ist auf Kreuz.net gefeatured. Der Habsburger Kaiserenkel und Opus Dei-ler Liechtenstein ist einer der ungustiösesten Anti-Abtreibungs-Aktivisten in Österreich, für ihn sind "Abtreibungskliniken Todeskliniken wie KZ's, Ärzte, die abtreiben, Mörder und Frauen die abtreiben, Mörderinnen. Sie gehören bestraft." Zuerst gründete er mit ÖH-Geldern die rabiaten "Geborene für Ungeborene« (die seit einiger Zeit als "Österreichische Lebensbewegung" werken. Nebenbei bemerkt: Alfons Adams Kanzlei-Sozius Gernot Steier ist im Vorstand dieser Österreichischen Lebensbewegung! Und Rauch-Kallat, die Frauenministerin, zahlt die TV- und Kinowerbung) und unlängst erst versuchte Liechtenstein, die Opus Dei-Frau Gudrun Kugler-Lang (einst Vorsitzende von Jugend für das Leben) in den Wiener Gemeinderat zu bringen. Was aber aufgrund des hetzerischen Wahlkampfunterstützungseifers des militanten Lebensschützersumpfes total misslang. Manchmal wäre eben Weniger einfach Mehr, die Unterstützung der Hardliner geriet zum wahlkampftechnischen Rohrkrepierer für Frau Lang.

Die Juristin Lang stand lange im Vatikandienst als Chefin der EYA (European Youth Alliance) unter dem Schutz von Kardinal Schönborn und mit Unterstützung von Otto Habsburg in UNO- und EU-Gremien, um für ein Abtreibungsverbot jugendmissionierend und international vernetzt zu kämpfen. Nun ist sie mit dem langjährigen Pressesprecher des Opus Dei Österreich verheiratet und wird Mutter. Wohl bekomms! Mal sehen, wie die antifeministische und sexistische Anti-Choice-Arbeit mit dem Muttersein in der Praxis unter einen Hut zu bringen ist. Aber wer weiß, vielleicht steuert die polnische Chefin von HLI Europa ja ohnehin eine billige Dienstmagd zur Unterstützung der "Lebens"schutzarbeit bei. Und beim derzeit stattfindenden Postenschacher dieser ÖVP wäre eine kleine Versorgung der jungen Mutter ja auch drin?

Wegweisungen in Graz?

Anlass für die reißerische Headline im gestrigen Kreuz.net ist, dass es offenbar nun auch den SPÖ-Frauen der Steiermark reicht, dass Aktivisten von Human Life International/Austria ihren Terror auch vor und oberhalb einer Arztpraxis in Graz seit Jahren alltäglich ungehindert durchziehen. Eine Schutzzone, also eine Wegweisung dieser umtriebigen HLI Gebärmutter-Inquisition mit Geschäftsschädigungscharakter, soll endlich auch in Graz gesetzlich möglich werden. Leider ist jedoch aus Erfahrung die Effizienz einer derart laschen Regelung in der Vorreiterstadt Wien anzuzweifeln. Die jeweils Belästigte muss nämlich die Polizei zum Einschreiten auffordern. Von selber geht gar nichts. Der Arzt/die Klinik kann dies nicht für sie erledigen. Der Arzt/die Klinik kann sich also mittels Wegweisung nicht gegen diese geschäftsschädigenden Praktiken wehren. Spitäler allerdings schon. Das ist ein Widerspruch. Viele Frauen verzichten aus begreiflichen Gründen in einer solchen Situation auf das Holen der Polizei. Sie wollen in die Klinik, nicht auf die Polizei ... Ein generelles, bundesweites Einschreiten ist aufgrund der bunten Regierung derzeit nicht möglich. Und langsam überreißt auch die SPÖ, wo es für Frauen in Österreich lang geht, wenn nicht rasch etwas gegen diese Art von Pro-Life-Politik und die sie unterstützende Propaganda unternommen wird.

HLI: Keiner Frau wird geholfen, kein Kind wird geschützt - das Ziel ist die Verunmöglichung von legalen Schwangerschaftsabbrüchen

Dietmar Fischer, Chef von HLI/Ja zum Leben Österreich, hat sich mit seinen Kumpanen und einer Menge Geld vor der Praxis von Dr. Jansen in Graz bereits vor Jahren breit gemacht und ein "Lebensschutz"zentrum nahe der Praxis eröffnet. Das Bild und die Action ist dieselbe wie in Wien vor dem Ambulatorium am Fleischmarkt, der Mairo/Lucina Klinik oder der Gynmed am Mariahilfer Gürtel. Auch die Ärztin Drin. Radauer in Wien 7 wurde von HLI/Ja zum Leben terrorisiert und zum Verkauf ihrer Ordination an HLI mehrmals bedrängt, bis ins Krankenhaus folgten ihr die HLI-Macher - sie wollte aber mit einem derartigen Verkauf absolut nichts zu tun haben. Also gab es Klagen über Klagen, um die Ärztin finanziell zu ruinieren. Der Terror gegen (vermeintliche) Patientinnen, also alles, was nach "weiblich" ausschaut, ging selbstverständlich jahrelang weiter.

Dem Rechtsradikalen Dietmar Fischer ist es auch in Graz gelungen, oberhalb der Arztpraxis einzuziehen, dies gehört schließlich zum HLI-Handwerk, um so nah wie möglich ran an den Feind zu gelangen. Eine Schwangeren"beratung" hat er genau oberhalb der Praxis von Dr. Jansen aufgezogen. Das ist der Stil, um die Patientinnen nicht nur seelenruhig vor dem Haus anquatschen und bedrängen zu können, auch das Nachrennen bis in den 3. Stock ist damit gut möglich, wer will schon einem Mieter das Betreten des Hauses verbieten können. Dass dabei zum Beispiel wiederholtes "Mama, töte dein Kind nicht" gerufen wird, betrifft die jeweilige Frau und die Praxis und die HausbewohnerInnen. Viele Frauen haben noch weit Schlimmeres zu hören bekommen. Zum Beispiel die Lüge, dass in dieser Klinik gerade eine Frau an einem Abbruch gestorben sei. Den Behörden ist das offenbar egal. Auch die Ärztekammer rührt öffentlich kein Ohr, und das ist eher ungewöhnlich für eine Standesvertretung.

In Fall der Mairo/Lucina Klinik in Wien 2 fand das gleiche Szenario statt. HLI hatte sich in eine Wohnung oberhalb der Klinik einquartiert (das Türschild an der Gegensprechanlage lautet noch immer auf "Kolping") samt genehmigter Kapelle, in welcher sogar Kardinal Schönborn am "Tag der unschuldigen Kinder" mit den Fischer-Kumpanen gemeinsam eine Messe zelebrierte. Und Fischer gelang es, mit erpresserischen Methoden der Klinik Mairo/Lucina das Vorkaufsrecht auf die Räumlichkeiten, in der die Klinik arbeitete, abzujagen. Er schüchterte die Eigentümerin - die Inhaberin einer großen Reinigungsfirma - so lange mit Drohungen ein, sie geschäftlich zu ruinieren, weil sie alle Aufträge in Spitälern (wo katholische Fundis das Sagen haben) verlieren würde, wenn sie ihm nicht die Wohnung verkaufte, bis er sein Ziel erreichte. Besagte Dame war geschlaucht und verkaufte.

Die Klinikinhaberin, Frau Beham, musste also an HLI/Fischer Miete zahlen und sah sich gleichzeitig mit einer Räumungsklage von HLI/Fischer konfrontiert (welche er letztlich verlor).

Fischer und Co arbeiten mit allen Mitteln, um Ambulatorien zu schließen und Leute zu ruinieren.

Die Aktivisten von HLI/Ja zum Leben wussten 100%ig über die Klinik-Betriebszeiten, aber auch über private Umstände der Betreiberin und der Ärzteschaft und noch vieles mehr Bescheid. Und es geht noch weiter! Eine Frau, die nach einem Abbruch Kreislaufprobleme hatte, blieb bis nach 22.00 Uhr in den Klinikräumlichkeiten, um sich zu erholen. Als die Patientin die Klinik schließlich verließ, schossen schon die HLIler die Stiegen hinunter und bedrängten die Patientin. Später bekam diese Frau auch noch einen Anruf auf ihrem Handy: dass sie die Klinik verklagen solle; HLI könnte einen Anwalt stellen, etc. HLI verfügte also über Telefonnummern von Patientinnen. Es stellt sich die Frage, wie so etwas geht?

Vergleichbares gibt es sonder Zahl zu berichten, Ungeheuerlichkeiten waren auch Gegenstand von Zeuginnenaussagen im Prozess um die Räumungsklage, beziehungsweise einer Klage, die Fischer gegen die Frauensprecherin der SLP (Sozialistischen LinksPartei) angestrengt hatte: Sie warf HLI Terror vor Abtreibungskliniken vor, und die Kanzlei Böhmdorfer brachte eine HLI-Klage gegen Claudia Sorger ein. HLI hasst schlechte Publicity. Fischer verlor diese Klage aufgrund der zahllos erbrachten Beweise, die bestätigten, dass HLI und "Ja zum Leben" (Psycho)Terror gegen Frauen und KlinikbetreiberInnen sowie Personal betreiben.

Die Mairo/Lucina Klinik existiert deshalb nicht mehr, weil die SPÖ, die Grünen in Wien und die Polizei versagten beziehungsweise untätig blieben und weil Fischer mit bewussten Unwahrheiten und Verleumdungsaktionen an vermeintliche Gläubiger, unter zu Hilfenahme klagsreifer Denunziationen bei Behörden, einen Konkursantrag gegen Frau Behams Klinik einbrachte. Dies ist an sich strafrechtlich relevant, kratzte aber im Justizapparat offenbar niemanden. Fischer, der keinerlei Forderung an Beham hatte, versuchte mittels Verleumdungsbriefen an Ärzte, die in der Klinik arbeiteten, aber auch bei vermeintlichen Gläubigern Leute zu finden, die sich seinem Konkursantrag anschließen sollten. Vernaderungen an die Kronen-Zeitung fanden statt, wo Beham für die Klinik inserierte, und dergleichen mehr. Als Beham mit den Nerven vollkommen fertig und oftmals nicht in der Klinik anwesend war, die Patientinnenzahl rapide wegen der Zustände vor der Klinik zurückging, Personal entlassen werden musste, weitere Verleumdungen gegen Leute, die Beham noch unterstützten, gesetzt wurden (zum Beispiel Anzeigen wegen Schwarzarbeit beim Arbeitsmarktservice), wurde in der Folge von der Krankenkasse ein weiterer Konkursantrag wegen Beitragsschulden gestellt und die Dinge nahmen ihren Lauf. (Andererseits zahlte die Krankenkasse aber für Entbindungen jener Frauen, die autobusweise von Rumänien nach Wien gebracht wurden, dann als Hochschwangere in Baufirmen als Putzfrauen (!) angestellt wurden, um zu einer Versicherung zu kommen. Angeblich mussten die transportierten Frauen für diesen Deal bezahlen. Drahtzieher hinter diesem Import: HLI Austria, Dietmar Fischer! Vergleiche: Am Schauplatz im ORF: "Fischers Netz").

Die Klinik Lucina wurde versteigert. Die Klinik ist geschlossen, Inhaber ist Dietmar Fischer beziehungsweise HLI, der den Rest der Klinik und Klinikgegenstände, inklusive Medikamenten und Narkosemittel ersteigert hat. (Was eindeutig illegal ist, denn Fischer ist kein Arzt, was macht er also mit rezeptpflichtigen Narkosemitteln?)

Am Beispiel "Amercian National Holocaust Memorial"

In den Klinikräumen wurde sofort ein Altar errichtet und sturmgebetet. Mit seinen wahnsinnigen Aktivitäten, die er vor JournalistInnen noch stolz zur Schau brachte (1000e Plastikembryos à la HLI in den Aufwachbetten, ein Abtreibungsmuseum - sogenanntes Babyholocaust-Museum - wurde errichtet). Fotos davon, was sich in dieser Klinik nach der Ersteigerung abgespielt hat, gab es im TV und im Internet zu sehen.

"Clinic-Shut-Down" à la Pro-Life - wie auf einer eigenen Website über die bisher größte Beute der Anti-Abtreibungsfanatiker in den USA: Ein ganzes Haus wurde zum American National Holocaust Memorial ("American National Holocaust Memorial", located at 4829 Bennington Ave, in Baton Rouge, Louisiana, was born inside one of the most infamous abortion "clinics" in the United States) umfunktioniert, nachdem die Klinik Pleite ging, beziehungsweise von dieser Mafia aus Klerus und Zivil geschlossen wurde. Fotos von versifften, mit Blut am Boden verschmierten Räumlichkeiten sind da zu sehen, stolz präsentiert von Frank Pavone, dem Chef von "Priests for Life", einer Organisation, die sehr eng mit HLI zusammenarbeitet, beziehungsweise zu HLI gehört und in der Priesterschaft für diese Art von HLI-Tätigkeiten und "warfare against abortion" Leute rekrutiert und trainiert. Der industrielle Massenmord an Millionen Menschen ist es, den sich diese Katholiken nicht genieren, für ihre Zwecke zu missbrauchen. - Der jetzige Papst genießt und schweigt. Der vorige hat den Spruch vom "größten Holocaust aller Zeiten, dem millionenfachen Mord an den Ungeborenen", öffentlich kreiert.

Wo bleibt der gemeinsame linke Widerstand?

Dr. Jansen in Graz könnte sicher einiges über den Terror von Human Life International gegen Patientinnen, aber auch gegen Passantinnen, Frauen, die das Haus einfach betreten wollen, ohne zu Dr. Jansen zu gehen, berichten. Er tut es nicht so öffentlich, wie Frau Beham in Wien es getan hat.

Die Tätigkeiten von Human Life International aber sind gut konzertiert und straff geführt immer dieselben, weltweit. Die "Neue Rechte" in den USA hat den Schulterschluss mit Leuten dieses Schlages schon lange vollzogen. HLI-Organisationen werden von Bush unterstützt - und umgekehrt. Und Geld dazu haben diese Organiationen in Hülle und Fülle. Da können Leute vom Schlage eines Fischer ruhig Gerichtsprozesse initiieren und verlieren, Geld wird in den Sand gesetzt. Business as usual. Die Gegner werden auf diese Weise entnervt und oftmals ruiniert.

Und plötzlich gehäuft auftretende Abtreibungsverbote in diversen Staaten der USA sind nur die Vorläufer dessen, was auf die Frauen weltweit noch zukommt!

Wenn der Widerstand dagegen nicht schnell stärker wird. Und vor allem: Was Österreich betrifft, sollte dieser Widerstand nicht der SPÖ allein überlassen bleiben. Sie ist für die Situation, dass Abbrüche nicht in allen Bundesländern durchgeführt werden können, durch ihre Nur-net-Anstreifen-Politik nach der Verabschiedung des Gesetzes großteils verantwortlich.

Demonstrationsfreiheit und Meinungsfreiheit zur Abschaffung von reproduktiven Frauenrechten?

Was sich hier in Österreich öffentlich als harmloser Protest mit monatlichen Demonstrationen darstellen will, armselige, betende und auf dem Gehsteig kniende brave KerzlfresserInnen als selbsternannte Apostel Gottes, ist in Wahrheit gut vernetzter und lobbyierter, globaler Krieg gegen Frauen und gegen reproduktive Rechte von Frauen, Abtreibungen unter medizinisch einwandfreien Bedingungen durchführen zu lassen.

Die Zeit ist mehr als reif. Auch in Österreich muss die Fristenlösung raus aus dem Strafgesetz! Darum geht es in den nächsten Jahren. Schutz von Frauen, die eine medizinische Leistung in Anspruch nehmen, muss mittels drastischer Strafen, wie in Frankreich, durchgesetzt werden. Wer in Frankreich eine Frau beim Betreten einer Arztpraxis oder eines Ambulatoriums behindert, so wie es HLI praktiziert, ist mit empfindlicher Strafe bedroht. Die unsäglichen Aktivitäten von Anti-Abtreibungsfanatikern hatten zu diesem Gesetz geführt.

Denn von "demonstrieren" kann bei diesen frauenverachtenden Praktiken nicht die Rede sein. Deklariertes Ziel von HLI ist es, die Abtreibung weltweit zu illegalisieren und weiters ein Vatikandiktat statt demokratisch funktionierender Gesellschaften zu etablieren. Neben dem Verbot von Verhütung und außerehelichem Hetero-Sex, soll auch keine Sexualaufklärung für Kinder stattfinden. Was Lesben und Schwulen, Feministinnen von diesen Leuten droht, wenn sie ihre Macht ausweiten, was den mühsam erkämpften Frauenrechten blüht, kann frau sich an einer Hand ausrechnen. Österreichs nicht bewältigte Vergangenheit ist ein nahrhafter Boden für Faschisten aller Couleurs.

Wir Frauen in Österreich vermissen einschlägige Statements zu diesen Entwicklungen von sich so nennenden christlichen Feministinnen, genauso wie von jenen katholischen "Widerständlern" und "DemokratInnen", die sich so gerne gemeinsam mit Linken organisieren. Kein Wort dazu war öffentlich bisher zu vernehmen! Von Solidarität gegen diese Gewalt gegen Frauen keine Spur.

Wer schweigt, stimmt zu!

Der Terror von HLI ist tagtägliche Gewalt gegen Frauen. Gewalt gegen Frauen, weltweit nach einem gleichgeschalteten Muster, im Auftrag des Vatikan. Wie sagte doch der verblichene Papst zum Gründer dieser monströsen Organisation Human Life International, Paul Marx? "Du machst die wichtigste Arbeit der Welt, gib niemals auf!"

Dem sexistischen Terror ein Ende - stoppt Human Life International international - und zwar nicht zitzerlweise, wie eben in Graz!

HLI ab nach Vatikan!
Nie wieder Küchentisch!


WEITERFÜHRENDES:

Link
Abtreibung ist Frauenrecht: abtreibung.at.tf/" target=_blank>www.die-abtreibung.at.tf

Broschüre
Volle Selbstbestimmung für Frauen - Gegen den Terror der Abtreibungsgegner. Eine Broschüre der Sozialistischen LinksPartei, Wien 2004 - Broschüre bestellen

Bücher
Frauen gegen den § 218 - Bundesweite Koordination (Hginnen.): Vorsicht “Lebensschützer”! Die Macht der organisierten Abtreibungsgegner, Konkret Literatur Verlag, Hamburg 1991
Marianne Enigl & Sabine Perthold (Hginnen.): Der weibliche Körper als Schlachtfeld. Neue Beiträge zur Abtreibungsdiskussion, Promedia Verlag, Wien 1993
Barbara Duden: Der Frauenleib als öffentlicher Ort. Vom Missbrauch des Begriffs Leben, dtv Verlag, München 1994

Weblog Beiträge
Zur Situation in South Dakota: Nichts für schwache Mägen von Sigrid Neudecker und Bury My Womb At Wounded Knee von Susie Bright
Zur Situation an der Universität Wien: FrauenLesbenprotest gegen religiöse Fanatiker im NIG



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*Polizeischutz für Kinderschlächter


Viktoria Roth
16.05.06 13:39

... titelt das stürmerische Online-Organ der Inquisitoren von Kreuz.net

Anlass für die reißerische Headline ist, die Forderung der Steirischen SPÖ-Frauen nach einer Schutzzone vor einer Arztpraxis in Graz, bei der Abtreibungsgegner von Human Life International seit Jahren alltäglich ungehindert ihren Terror durchziehen.

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*Re: Polizeischutz für Kinderschlächter


Gästin
16.05.06 14:04

Hallo ...


euer Artikel nimmt mich mit. Aber, wen auch immer es tröstet, Frauen kann niemand daran hindern, über ihr Leben zu bestimmen. Selbst wenn Abtreibung nicht mehr erlaubt ist, und es gelingt, den totalen Überwachungsstaat haben wir ja, die Frauen in jedem Fall zum Gebären zu zwingen ... zum Stillen kann mich niemand zwingen. Auch nicht zum knuddeln. Niemand kann mich zwingen zu lieben. Das, was unter Schuldgefühlen aus mir herausgepresst wird, das reicht nicht zum überleben eines Kindes.


Macht doch, was ihr wollt. Ihr schafft es nicht. Nur gewollte Kinder haben eine Chance. Zu leben. Was mehr ist, als bloss da-zu-sein.


Wen immer es tröstet. Die Frau, in deren Schoß Leben heran wächst, trägt die Verantwortung für dieses Leben. Es ist ihre Entscheidung. Die kann ihr niemand wegnehmen. Und wenn es noch so sehr gewollt ist. Es ist und bleibt ihre Entscheidung, dieses Leben zu gebären. Aber - was ist mit - dem Vater? Hat der ein Recht darüber zu entscheiden? Immerhin hat er ja mal seinen Willen zum Kind bekundet ... aber nicht er riskiert sein Leben während der Schwangerschaft, bei der Geburt.


Es ist die Frau, die riskiert, während der Schwangerschaft oder bei der Geburt zu sterben. Ist euch das eigentlich bewusst? Jede Mutter war bereit, ihr Leben für das ihres Kindes zu geben ... Jede. Damit das Kind die Pforte zum Leben durchschreiten kann, muss die Mutter dorthin gehen, an diese Pforte. Ja, verdammt ich weiss, heutzutage stirbt keine mehr im Wochenbett, und für alle Komplikationen gibt es ja den Kaiserschnitt - und? Riskiert eine Frau dadurch weniger, als ihre Vorfahrinnen?


Wir ringen uns manchmal zu dem Bewusstsein durch, dass niemand zum Soldat-sein gezwungen werden darf. Weil dort Leib und Leben riskiert wird. Aber was soll's: die Männer werden zum Kriegsdienst gepresst, die Frauen zum Gebärdienst, ist euch das mal aufgefallen? Jede und jeder hier wird gezwungen, das Geschenk des Lebens in den Dienst einer 'höheren Sache' zu stellen, auf eigenes Risiko, und ohne Gegenleistung versteht sich.


Und das geniale: hinterher wird das dann hübsch gegeneinander aufgerechnet: Jaaa, ihr Frauen kriegt zwar Kinder, aber dafür müsst ihr ja nicht in den Krieg ziehen, nicht wahr? und umgekehrt. Teile und herrsche. Bäh. Mir läuft die Galle über, ich mag mich nicht länger mit euch beschäftigen, mit euch 'Lebensschützern'. Ich schütze jetzt mein Leben und mache euch folgenden Vorschlag:


Wie lebensverachtend wollt ihr es eigentlich noch? Wenn ihr die perfekten, willigen, dumpfen, tumben, meinungslosen Menschen wollt, dann klont sie euch doch, und lasst den Rest der Welt damit in Ruhe, mit euren Machtphantasien und Alleinvertretungsansprüchen, ihr 'Lebensschützer'. Vielen Dank, und


Schöne Grüße
eine undine


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*kreuz.net hat geantwortet ;O)


Gästin
21.06.06 23:32

Spät, aber doch hat man gestern ein Artikelchen auf kkreuz.net eingestellt, das sich auf den hiesigen Eintrag bezieht. Man beachte die gepflegte, sachliche Wortwahl. Das Geschreibsel ist natürlich, wie gewohnt, tapfer anonym.

Ich zitiere 'mal, damit man hier alles hübsch beisammen hat:


Das Gehirn mitabgetrieben?

Eine österreichische Leugnerin der Kinderabtreibung publizierte Mitte Mai im Internet einen Wutanfall und Rundumschlag besonderer Art.

(kreuz.net) Viktoria Roth heißt die Rabiate, die am Artikel “Polizeischutz für Kinderschlächter« heißlief.

Der Beitrag wurde nach Angaben von Frau Roth im “stürmerischen Online-Organ der Inquisitoren von Kreuz.net« publiziert.

Homos, Juden, Moslems, Freimaurer, Feministen, Linke seien neben dem “legalen Schwangerschaftsabbruch« und den Abtreibern die bevorzugten Zielscheiben des “katholischen Hasses«.

Dieser arbeite hier “mit den Mitteln der Denunziation, Verleumdung, Lügen und Beleidigungen, mittels Hetze, Rufmord und sonstigen Mitteln«.

Die “Herrschaften« würden sich medienrechtlich anonym und nicht greifbar wähnen. Einmal so schön anonym, würden die anonymen Kreuz.net-Brigaden in ihrem katholischen Jargon völlig ausflippen:

“Dem Klerus in Österreich scheint es zu gefallen, denn sonst wäre dieser Mist schon längst abgedreht. Im Abstellen hat diese Kirche genügend Praxis bewiesen.«

Daß dieses “rechtsrabiate Kreuz.net« in Österreich und Deutschland arbeite, würden die zahlreichen Artikel zeigen, die sich auf Österreich und Umgebung beziehen sowie diverse namentlich genannte Autoren und Interviewte.

Unter den Mitarbeitern von ‘kreuz.net’ würden sich auch der “leicht demente Pornojäger Martin Humer von der Europäischen Bürgerwehr«, der soeben verurteile Holocaustleugner und Wiederbetätiger John Gudenus wie auch der Ultrakathole und Anwalt Alfons Adam, Chef von ‘Pro Vita Österreich’ befinden.

Der österreichische Abgeordnete Vincenz Liechtenstein – Gründungs- und Vorstandsmitglied von ‘Pro Vita’ – sei auch auf ‘kreuz.net’ gefeatured.

Der Habsburger Kaiserenkel und Opus Dei’ler Liechtenstein sei einer der “ungustiösesten Anti-Abtreibungs-Aktivisten in Österreich«. Für ihn seien “Abtreibungskliniken Todeskliniken wie Konzentrationslager«.

Unlängst erst habe Liechtenstein versucht, die Opus Dei-Frau Gudrun Kugler-Lang – einst Vorsitzende von ‘Jugend für das Leben’ – in den Wiener Gemeinderat zu bringen.

Das sei aber aufgrund des “hetzerischen Wahlkampfunterstützungseifers des militanten Lebensschützersumpfes« – Frau Roth benützt auch den Ausdruck “Gebärmutter-Inquisition« – total mißlungen.

Die Juristin Lang sei lange “im Vatikandienst« als Chefin der ‘European Youth Alliance’ unter dem Schutz von Kardinal Schönborn und mit Unterstützung von Otto Habsburg in UNO- und EU-Gremien gesessen, um für ein Abtreibungsverbot jugendmissionierend und international vernetzt zu kämpfen.

Nun sei sie mit dem langjährigen Pressesprecher des Opus Dei Österreich verheiratet und werde Mutter: “Wohl bekomms!« – so die wilde Viktoria:

“Mal sehen, wie die antifeministische und sexistische Anti-Choice-Arbeit mit dem Muttersein in der Praxis unter einen Hut zu bringen ist.«

Jetzt hofft Frau Viktoria, daß die polnische Chefin der europäischen Zentrale der Lebensrechtsorganisation ‘Human Life International’ der Mutter eine billige Dienstmagd zur Unterstützung der Lebensschutzarbeit beitragen werde.

Polen ist bekanntlich auch ein Land, wo Aufgußgetränke sehr populär sind.

Da wird die billige Dienstmagd bestimmt einmal Zeit finden, für Frau Viktoria einen Beruhigungstee zu brauen und ihr kalte Umschläge auf die Stirn zu legen.


P.S.: Ein Service von DemonDeLuxe ;O)


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*Re: kreuz.net hat geantwortet ;O)


Gästin
08.07.06 19:35

Abtreibung ist brutaler Mord. Bei Mord hat man noch die Möglichkeit, sich zu wehren. Das arme Würmchen im Mutterleib hat dieses Notwehrrecht nicht. - In wenigen Jahren wird man Abtreibung wieder verbieten, denn es gibt inzwischen ein mathematisches Problem. Es fehlen die - abgetriebenen - Kinder. Mütter mit mehreren Kindern sind die stillen Helden unserer Tage.


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*Re: kreuz.net hat geantwortet ;O)


Gästin
09.07.06 09:53

Ich möchte bezug nehmen auf die Aussage, dass "Abtreibung brutaler Mord" sei. Ich weiß, dass es - leider - auch Frauen gibt, die diese Ansicht teilen. Und mehr ist es nicht: eine Ansicht (fast immer religiös gefärbt).

Es ist eine Tötung, keine Frage. Aber es sollte sich herumgesprochen haben, dass "Mord" zwar immer eine "Tötung" aber "Tötung" nicht immer "Mord" ist. Das ist ein wichtiger Unterschied!

Tagtäglich werden zigtausende Menschen bei Verkehrsunfällen getötet! Tagtäglich werden zigtausende Kinder durch Verhungern getötet! Tagtäglich werden zigmillionen Tiere getötet!

Das alles sind Tötungen, keine Morde!

Wo sollten die getöteten Embryos/Föten (denn das sind sie und keine Kinder) fehlen? Unsere Erde ist überbevölkert!

Dass Mütter in unserer Welt stille Heldinnen sind, steht aus Frage! Das hat aber mit der eventuellen Tötung von ungeborenen und noch nicht lebensfähigen Zellen nichts zu tun!

Komm wieder runter und befass dich vielleicht mit den Forschungs- und künstliche Befruchtungslabors. Da wird wirklich Schindluder mit Embryonen betrieben!

Sylvia


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*Abtreibung ist Frauenrecht!


RoterRubin
10.07.06 19:21

Wenn eine Frau schwanger wird, dann hat außer sie selbst absolut niemand zu entscheiden, ob sie diese Schwangerschaft fortsetzen will oder nicht! Eine erwachsene Frau ist weder eine Gebärmaschine über die verfügt werden kann, noch ein mit Mutterinstinkten vorprogrammiertes Wesen, dessen Aufgabe es ist, Leben zu spenden.

Abgesehen von diesem Menschenrecht, nämlich über den eigenen Körper selbst zu bestimmen, ist Muttersein in einer patriarchalen, frauen- und kinderfeindlichen Gesellschaft weit mehr als ein stilles Heldinnentum. Es ist ein wahres Wunder! Ein Wunder, dass so viele Mütter so still und leise bleiben, obwohl sie vor lauter Überlastung, Armut und struktureller Gewalt wahrscheinlich wochenlang durchschreien könnten.

lg
RoterRubin

P.S.: Im Übrigen bedeutet ein Verbot von Abtreibung eine lebensbedrohliche Gefährdung von Frauen, denn durch nicht fachgerechte Schwangerschaftsabbrüche auf dem Küchentisch sind schon in der Vergangenheit unzählige Frauen gestorben!


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*Re: kreuz.net hat geantwortet ;O)


Wolfsmutter
16.07.06 18:50

Eine Tötung ist es dann, wenn es sich um eigenständige Lebensfähigkeit handelt. Bevor ein Kind nicht geboren wurde, ist die Lebensfähigkeit reine Spekulation.


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*kreuts.net - die Antwort


Gästin
17.03.07 21:54

Seit ein paar Wochen gibt es www.kreuts.net

die "passende" Antwort auf kreuz.net

Information und Dokumentation zu kreuz.net

Bis bald,

das kreuts.net Forum


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*Re: kreuz.net hat geantwortet ;O)


Gästin
05.08.08 13:56

schwachsinniges argument. Kleinkinder sind auch nicht "eigenständig lebensfähig", darf man sie deshalb umbringen?


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