|
Login
Information
Kommunikation
|
WEIßE WöLFIN TANZ MIT MIR© Daniela Pongritz (30.01.08)
Eine Erzählung von Daniela Pongritz
Traum. Tagtraum. Wachtraum. Einbildung. Wunschtraum. Wer kennt schon den Unterschied. Hauptsache Bilder im Kopf. Und das am Besten Tag und Nacht.
raum. Tagtraum. Wachtraum. Einbildung. Wunschtraum. Wer kennt schon den Unterschied. Hauptsache Bilder im Kopf. Und das am Besten Tag und Nacht. Jeder Gedanke ein Bild. Zu jedem Bild hundert Fragen. Keine Antworten. Wer suchet, der findet. Nicht so in der heutigen Zeit. Es finden nur die, die nicht suchen. Doch wie finde ich das?
Höre auf zu suchen. Finde die zweite grüne Socke trotzdem nicht. Suche das schwarze Loch in der Waschmaschine, das immer eine einzelne Socke verschlingt. Warum eigentlich immer nur eine. Wäre das Paar weg, würde es mir wahrscheinlich nicht mal auffallen. Fehler. Schwarzes Loch kann nicht gefunden werden, da danach gesucht! Gravierender Fehler. So werde ich die grüne Socke nie mehr finden. Nicht verzagen. Macht der Anziehung nutzen. Wenn ich die grüne Socke stark genug wünsche und visualisiere, kommt sie. Zurück aus dem schwarzen Loch. Angeblich verschlingen schwarze Löcher ganze Planeten und zerstören sie - arme grüne Socke. Was ziehe ich also an? Am besten einen Rock, dann brauch ich keine Socken.
Hab ich den Parkplatz gefunden, weil ich ihn angezogen habe oder weil ich ihn nicht gesucht habe. Auch da kennt sich niemand mehr aus. Also Tagtraum. Träumen von warmen Eislutschern. Als würde das schmecken. Träume lieber von Dingen, die ich wirklich möchte. Wollte ich die weiße Wölfin? Nicht in Wirklichkeit. Gefährlich weil ein wildes Tier, stinkt weil fast ein Hund und heult bis die Blechtrommel zerspringt. Nein, die wollte ich gewiss nicht. Und dennoch erscheint sie immer wieder. Tagtraum. Wachtraum. Wunschtraum. Einbildung. Sie begleitet mich, beschützt und behütet und unterrichtet mich. Oder ist es umgekehrt? Es ist beides. Einheit, Harmonie, Verbundenheit. Keinen Vergleichswert in der realen Welt gefunden. Ohne Anspruch auf die Alpha-Position. Anspruchslos? Kein Machtkampf. Machtlos? Ich spreche zu ihr. Keine Antwort. Gut, Tiere sprechen nicht, aber es ist doch ein Traum. Streifen durch die Wälder, sammeln, sehen, hören, fühlen. Alles Tun der zu erfüllenden Aufgabe gewidmet. Was ist die Aufgabe. Keine Antwort. Sie ist wichtig, enorm wichtig, vom Universum bestimmt - oder bestellt. Bin ich schon wach? Herumirrende, die ihre Aufgabe erfüllen wollen ohne zu wissen was diese ist. Hauptsache wichtig. Kommt dir das auch bekannt vor? Berufsalltag. Vergleichswert gefunden. Gefunden!
Die weiße Wölfin führt mich in eine Zeit, in der Morgan le Fay meine Schwester gewesen wäre, hätte sie eine gehabt. Eine Zeit, in der man noch einen Sinn darin fand die Natur zu schützen und zu ehren. Heute verSUCHEN wir verzweifelt die Welt zu retten. Finden oder Suchen. Wer suchet, der findet nicht. Daran scheitert es also. Oder ist es aus dem Grund, weil wir nur versuchen und es nicht tun. Versuche nicht erfolgreich zu sein, sei es! Ja, das klingt gut. Frage nicht nach dem Wie, heißt es immer. Verhält es sich also mit Fragen und Antworten gleich wie mit Suchen und Finden. Bekomme ich Antworten wenn ich nicht frage? Denn sie wissen nicht, was sie tun. Die hätten vielleicht doch mal fragen sollen.
Weiße Wölfin, Reinheit, Licht, Weisheit, Urfrau. Frage nicht mehr, erkenne den Sinn trotzdem nicht. Akzeptiere wie es ist. Unzählige Tage und Nächte, Monate, immer wieder die weiße Wölfin. Angriffslustig, wenn nötig. Anschmiegsam, wenn sie will. Offen und verborgen zu gleich. Immer weise. Was willst du mir sagen? Schweigen.Also schweige ich auch. Stillschweigendes Einverständnis. Ach, diese Stille, so friedvoll. Komme endlich zur Ruhe. Plötzlich höre ich. Höre den Wind, die Tiere, das Wasser, meinen Atem. Vorbei ist es mit der Stille, denke ich mir. Und trotzdem, die Ruhe bleibt. Seltsam. Schließe die Augen und höre in mich hinein. Was für eine Überraschung, ein Wunder. Keine Fragen mehr, nur noch Antworten. In mir, nicht außen. Wie ist das möglich? Sie sind schon immer da gewesen, sagen sie. Warum habe ich euch nicht gehört? Ja, schweigen ist Gold. In diesem Schweigen erkenne ich die Reinheit in meinem Geist, das Licht in meiner Seele, die Urfrau in meinem Herzen. Drehe mich um und sehe die weiße Wölfin, meine Gefährtin, Geliebte, Lehrerin und Verbündete. Ihr Wesen ist mir so vertraut, als wäre es mein eigenes. Ich erkenne den Sinn und tanze.
ÜBER DIE AUTORIN:
Daniela Pongritz geb. 1975, ist Aromatherapeutin, Nuad Thai-Yoga Practitioner und Energetikerin und hält Kurse in Meditativem Schreiben. Sie betreibt die Ich-Werkstatt in Graz in der Steiermark und veranstaltet im Juni 2008 eine Sommersonnenwendfeier auf der Stubalm.
www.die-ich-werkstatt.com
Foto: Wolfs Princess, pixelio.de
Kommentare unserer Leserinnen...* Du kannst ...:  Es gibt noch keine Leserinnenmeinung zu diesem Artikel. * Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasserinnen verantwortlich.
|