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MAGAZIN

ANNA, AMAL & ANOUSHEH

© BAOBAB (24.07.08)


Welt weit

Mädchen zwischen Rollenmustern und Selbstbestimmung

Acht Filme und ausführliche Unterrichtsmaterialien zum Thema Mädchenalltag in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika wurden in dieser DVD-Kollektion zusammengestellt.



Anna, Amal & Anousheh - Mädchen zwischen Rollenmustern und Selbstbestimmung

hancengleichheit für Mädchen ist ein elementares Menschenrecht und ein wesentlicher Schlüssel zur Armutsbekämpfung und für nachhaltige Entwicklung. Die DVD gibt Einblicke in den Alltag von Mädchen aus Afrika, Asien und Lateinamerika. Ihre Geschichten unterscheiden sich trotz aller Gleichberechtigungsbemühungen von denen ihrer männlichen Alterskollegen. Sie zeigen jedoch nicht ein Elendsbild der Benachteiligung und Ausbeutung von Mädchen, sondern vermitteln positive und hoffnungsvolle Botschaften. In den acht Filmen erzählen selbstbewusste Mädchen mit charismatischer Ausstrahlung von ihrem Leben. Sie sind in der Originalsprache, teilweise Deutsch sowie mit deutschen, französischen und englischen Untertiteln abspielbar. Neben den acht Filmen enthält die DVD-ROM didaktisches Begleitmaterial, Hintergrundinformationen, Unterrichtsvorschläge und Arbeitsblätter. Die DVD ist eine Gemeinschaftsproduktion von Baobab Österreich, der Fachstelle Filme für Eine Welt, Schweiz, und EZEF.

Die Filme

  • Amal
    Ali Benkirane, Frankreich/Marokko 2004. Kurzfilm, 17 Minuten
    ab 10 Jahren

    Die zwölfjährige Amal lebt in Marokko auf dem Land. Jeden Morgen macht sie sich noch vor Sonnenaufgang mit ihrem Bruder auf, um die mehrere Kilometer entfernte Schule zu besuchen. Die fleissige Schülerin hat nur ein Ziel: sie möchte unbedingt Ärztin werden. Doch eines Tages eröffnet ihr die Mutter, dass sie von nun an zu Hause helfen muss und nicht mehr zur Schule gehen darf. Traurig akzeptiert Amal ihr Schicksal. Der Film mit seinen kraftvollen Bildern handelt vom ungleichen Zugang zu Bildung und von den Folgen starrer Geschlechterrollen für die Zukunft von Mädchen.

  • Petite Lumière - Die kleine Forscherin
    Alain Gomis, Frankreich/Senegal 2002. Kurzfilm, 15 Minuten
    ab 10 Jahren

    Fatima, ein kleines Mädchen aus Senegal, beginnt sich selbst als Individuum und die Welt zu entdecken. Sie forscht nach dem Licht im Kühlschrank, untersucht, ob die Welt verschwindet, wenn sie die Augen schliesst, und versucht sich durch die Erde hindurch bis zu den Eskimos durchzugraben. Der anregende Film befasst sich auf humorvolle Weise mit philosophischen Kinderfragen und zeigt ein cleveres Mädchen, das kluge Fragen stellt und gute Antworten darauf sucht.

  • Esmeralda aus Peru
    Marquise Lepage, Canada/Peru 1999. Dokumentarfilm, 7 Minuten
    ab 10 Jahren

    Die 10-jährige Esmeralda wohnt in einer Vorstadt von Lima in Peru. Während ihre Mutter hart für den Unterhalt der Familie arbeitet, besorgt sie den Haushalt der Großfamilie und erzieht ihre jüngeren Geschwister. Nachmittags besucht sie die Schule. Ein Film über familiäre Armut und die Verpflichtung zu Haus- und Familienarbeiten für kleine Mädchen.

  • Kopftuch und Minirock
    Jana Mathes, Andrea Schramm, Deutschland 1998. Dokumentarfilm, 30 Minuten
    ab 12 Jahren

    Die türkischen Schwestern Gülsen und Gülcin wachsen in Deutschland auf, pflegen jedoch in vielen Bereichen die islamische Tradition. Die Freundin von Gülsen steht der westlichen Lebenswelt näher und kleidet sich nicht der islamischen Tradition gemäß. Der Film zeigt anhand der drei Mädchen unterschiedliche Lebensformen, Haltungen und Probleme, mit denen Jugendliche zwischen zwei Kulturen konfrontiert werden. Dieser Spannungsbogen erhält eine zusätzliche Dimension durch den Besuch der zwei Schwestern in der Türkei.

  • Nima
    Annelies Kruk, Niederlande 2004. Dokumentarfilm, 17 Minuten
    ab 12 Jahren

    Die 13-jährige Nima aus Somalia lebt mit ihrer Mutter in einem Flüchtlingsheim in Holland. Die aufgeweckte Jugendliche erzählt von ihrem Alltag im Heim, von der Schule, von ihren Freizeitaktivitäten und von ihren Freundinnen. Überzeugend legt sie dar, weshalb es ihr in Holland gefällt und sie nicht nach Somalia zurückkehren möchte.

  • Anna aus Benin
    Monique Mbeka Phobas, Deutschland/Benin 2000. Dokumentarfilm, 29 Minuten
    ab 14 Jahren

    Die 17-jährige Anna Teko lebt in Benin. Ihre Familie gehört nicht zur Oberschicht, trotzdem führt sie ein relativ gutes Leben. Anna lebt in einer polygamen Familie - ihr Vater hat fünf Frauen und 31 Kinder. Schon von klein an ist Anna in ihrer Heimat eine berühmte Sängerin. Sie erhält ein Stipendium angeboten, um ihr Talent an einem französischen Konservatorium auszubilden. Die Verlockung, nach Europa zu gehen, ist groß. Bei ihrem ersten Aufenthalt in Frankreich war es schwierig, sich in die dortige anonyme, individualisierte Gesellschaft einleben zu können. Nächstes Jahr wird Anna achtzehn und soll alleine nach Paris zurückgehen. Sie fühlt sich inzwischen reif genug, um diesen Schritt zu wagen. Doch sie weiß, dass sie - obschon sie dort viel erreichen kann - auch eine Menge zu verlieren hat. Der Film porträtiert eine junge, talentierte Musikerin an der Schwelle zum Erwachsenwerden und zeigt, über was sie in Bezug auf ihre berufliche Zukunft und ihre Lebensform entscheiden muss.

  • Frag nicht, warum
    Sabiha Sumar, Deutschland/Pakistan 1999. Dokumentarfilm, 33 Minuten
    ab 14 Jahren

    Die 17jährige Anousheh lebt mit ihren streng muslimischen Eltern und zwei Brüdern in Karachi, der größten Industriestadt Pakistans. Obwohl sie an religiösen Fragen durchaus interessiert ist, will sie sich mit vielem nicht abfinden, was die Tradition für die Frauen vorschreibt. Immer seien es die Männer, die alles interpretieren, den Koran, die Gesetze und vieles mehr. Anousheh weiss deshalb, dass sie viel Geduld und Beharrlichkeit brauchen wird, um ihren eigenen Weg gehen zu können. Der Film porträtiert die Jugendliche mit großer Sympathie, aber auch mit kritischer Distanz. Die Filmemacherin stellt Anousheh provokative Fragen und gibt sich nicht damit zufrieden, wenn diese ihr ausweichend antwortet. So entsteht ein vielschichtiges Porträt einer Jugendlichen auf der Suche nach der Verwirklichung ihrer persönlichen Freiheit und zugleich ein differenziertes Bild, wie es um die Rechte von Frauen in Pakistan bestellt ist.

  • Al otro lado del mar - Auf der anderen Seite des Meeres
    Patricia Eleanne Ortega, Kuba/Venezuela 2005. Kurzfilm, 12 Minuten
    ab 16 Jahren

    Ana, ein etwa zehnjähriges Mädchen in Maracaibo, Venezuela, macht Seifenblasen, spielt mit ihrer Puppe und wird von den erwachsenen Frauen gescholten. Wenn sie kein Geld verdient, wird sie ihre Unterkunft verlieren. Sie soll Geld beschaffen, egal wie. Die Kleine wird von einer etwas älteren Freundin zuerst zum Verkauf von Gebäck angehalten. Da dies keinen Erfolg zeitigt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als ihren Körper zu verkaufen. Die Bildsprache ist voller Symbole und zeigt die innere Welt, die seelische Befindlichkeit von Ana anhand von Kühlräumen, aufgehängter Tierleiber, Blut und Schlachter auf dem Markt. Am Ende des Filmes schnüffelt Ana Drogen, um den seelischen Schmerz abzutöten. Sie blickt einem jüngeren Mädchen beim Puppenspiel zu, eben von der anderen Seite des Meeres.

    Mehr zu dieser Filmkollektion auf: www.filmeeinewelt.ch
Anna, Amal & Anousheh - Mädchen zwischen Rollenmustern und Selbstbestimmung
Anna, Amal & Anousheh
Mädchen zwischen Rollenmustern und Selbstbestimmung

hg. von: Baobab (A), Filme für eine Welt (CH), EZEF(D), alliance sud (CH) 2007
3 Spielfilme, 5 Dokumentarfilme, DVD Video, DVD ROM, 160 Min.
Preis: € 40.- (zzgl. Porto)

Bestellungen:
Baobab · A-1090 Wien · Berggasse 7 · Tel: +43 (0)1 3193073 · Bestellformular · www.baobab.at



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