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WEIBSBILDER - SEHEN LASSEN/SICHTBAR MACHEN© Erika Hütter (28.10.08)
Erika Hütters Kunstprojekt
18 Werke von Künstlerinnen, vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, wurden von 22 Frauen als “Tableaux vivants” neu inszeniert.
eibsbilder - sehen lassen/sichtbar machen” - so lautet der Titel einer Wanderausstellung, deren Vernissage am Frauentag am 8. März 2008 in der Südsteiermark gefeiert wurde und nun als letzte Station vom 11. Oktober bis 8. November 2008 in Deutschland/Mellatz zu sehen ist. Ausgangspunkt zu diesem Kunstprojekt der Künstlerin Erika Hütter gemeinsam mit der Fotografin Irmgard Daempfer und 22 Frauen, die 18 Bilder als “Tablaeux vivants” dazu erarbeitet haben, war das Bedürfnis nach Sichtbarmachen von Künstlerinnen.
Seit Anbeginn der Menschheit sind Frauen schöpferisch tätig. Aus unterschiedlichen Gründen wurden im Laufe der Geschichte des Patriarchats Frauen als Künstlerinnen verschwiegen, wurden kaum erwähnt, fanden die Beachtung nicht, die ihnen zustand. Unser Geschichtsunterricht ist geprägt von Kriegen, Kampf um Macht und beginnt in den meisten Fällen nach einem kurzen Streifzug in die Urgeschichte überhaupt erst ernsthaft mit dem Beginn des Patriarchats und der detaillierten Schilderung all der ständigen Auseinandersetzungen und Gräueltaten. Matriarchate werden kaum erwähnt, wenn überhaupt.
Wie ist es in der Kunst?
Auf die Frage nach Nennung von Künstlern oder Künstlerinnen werden kaum Künstlerinnen genannt. Weil es sie nicht gibt? Weil wir von ihnen (noch) nicht gehört haben? Weil zu wenig über sie berichtet wurde und wird?
22 Frauen aus der Südsteiermark, dem Südburgenland, Graz und Wien wollten in diesem Projekt Frauen wieder sichtbar machen. Werke von Künstlerinnen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart wurden als “Tablaeux vivants” - als lebende Kunstwerke - zum Teil neu inszeniert und mit neuen Botschaften versehen. Diese “lebenden Bilder” - Nachstellungen historischer wie aktueller Gemälde und Skulpturen bilden eine eigenständige Kunstform zwischen Theater und Bild, Bewegung und Stille, Geschichte und Vergegenwärtigung. Sie reflektieren, interpretieren und inszenieren die klassischen Werke durch den Leib für die Jetztzeit. Zwischen Performance und Statik angesiedelt sind sie zum idealen Medium einer Kunst geworden, die sich und ihre Geschichte reflektiert. Im rasanten medialen Rauschen lenken sie die Blicke wieder auf die Geste, die Physiognomie, auf die Be- und Verkleidung. Sie zeigen Menschen als Handelnde gerade weil sie still stehen.
Die “Weibsbilder” wollen zum Nachdenken anregen, wollen gesehen werden und sichtbar machen, wollen anregen, sich weiter mit dem Thema “Frau in der Kunst” zu beschäftigen. Seit Anbeginn der Menschheit sind Frauen schöpferisch tätig und werden es immer sein.
Informationen unter www.weiberhof.at
Foto: © Irmgard Daempfer
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