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KALENDER 27.01.Die britische Regierung zieht ihre das Frauenstimmrecht betreffende Wahlrechtsreform zurück, ohne eine Entscheidung des Parlaments abzuwarten. Sie reagiert damit auf Diskussionen im Parlament, die eine Verabschiedung zweifelhaft erscheinen ließen. 06.02.Die russische Regierung lehnt in Petersburg einen Antrag der Duma (russische Volksvertretung) ab, der die Zulassung von Frauen für das Juristenamt fordert. 19.02.Suffragetten sprengen in Walton-on-Hill das neu erbaute Landhaus des britischen Schatzkanzlers David Lloyd George mit einer selbstgebauten Bombe in die Luft, um ihrer Hauptforderung nach einem Wahlrecht für Frauen Nachdruck zu verleihen; fünf Tage später wird Emmeline Pankhurst verhaftet, da sie die Verantwortung für den Anschlag übernommen hat. Zu der Zeit saßen schon über 200 Suffragetten im Gefängnis. 24.02.Die Führerin der britischen Frauenstimmrechtlerinnen, Emmeline Pankhurst, wird in London verhaftet. Sie hatte die Verantwortung für den Anschlag auf das Landhaus des britischen Schatzkanzlers am 19. Februar übernommen. 25.02.Die britische Frauenstimmrechtlerin Emmeline Pankhurst wird gegen eine Kaution von 700 Pfund (14 280 Mark) wieder freigelassen. 02.03.Anläßlich des Internationalen Frauentages finden im Deutschen Reich Demonstrationen und Versammlungen statt, die für die Gleichberechtigung der Frau eintreten. 02.03.In Magdeburg werden zwei deutsche Schwimmrekorde für Frauen aufgestellt: Grete Rosenberg aus Hannover schwimmt 100 m Freistil in 1:22,3 min, und die Hamburgerin Maria Bertram erreicht über 100 m Rücken eine Zeit von 1:42,0 min. 10.03.Anhängerinnen des Frauenstimmrechts legen in der Londoner Bahnstation Saunderton (Great Western und Great Central Railways) einen Brand. Er zerstört die Bahnstation vollständig. 17.03.Eine Ansammlung von 10 000 Menschen behindert im Londoner Hyde Park die Durchführung einer Veranstaltung britischer Frauenrechtlerinnen. Trotz der Anwesenheit von Polizei werden die Frauenrechtlerinnen belästigt und auf der nahegelegenen Oxford Street verfolgt. 20.03.Das bayerische Verkehrsministerium ermöglicht durch eine in Ludwigshafen veröffentlichte Anordnung jungen Frauen die Ausbildung im Kanzleidienst. 03.04.Ein Londoner Strafgericht verurteilt die britische Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst wegen Anstiftung zu dem Bombenattentat auf das Landhaus des Schatzkanzlers David Lloyd George vom 19. Februar 1913 zu drei Jahren Zuchthaus. 08.04.Eins der führenden Mitglieder der britischen Frauenstimmrechtsbewegung, Annie Kenny, wird in London unter dem Vorwurf der Anstiftung zum Aufruhr verhaftet. 12.04.Die Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst aus Großbritannien wird nach einem achttägigen Hungerstreik auf Anordnung der Ärzte aus dem Gefängnis entlassen, da bei ihr akute Lebensgefahr besteht. 19.04.Zwei der drei Kinder der berühmten US-amerikanischen Tänzerin Isadora Duncan ertrinken, als ein Auto in Neuilly (bei Paris) bei einem Wendemanöver in die Seine stürzt und untergeht. Bei dem Unfall kommt auch die Erzieherin der Kinder ums Leben. 06.05. Das britische Unterhaus lehnt eine Gesetzesvorlage zur Einführung des Frauenwahlrechts mit 266 gegen 219 Stimmen ab. Befürworter und Gegner kommen aus allen Parteien. 15.06. Unter den 2000 Teilnehmerinnen des vom bürgerlich orientierten Weltbund für das Frauenstimmrecht in Budapest veranstalteten siebten Internationalen Frauenstimmrechtskongresses vom 15. bis 21. Juni kommt es zu Meinungsverschiedenheiten über die unterschiedlichen Aktionsformen in der Frauenstimmrechtsbewegung. 29.06.Durch einen einstimmigen Beschluß des norwegischen Parlaments (Storting) erhalten Frauen das volle Wahlrecht. Bisher war es an die Zahlung direkter Steuern gebunden. 03.07.Klara Giveen und Kitty Marion, zwei britische Anhängerinnen des Frauenstimmrechts, werden in London zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Ihnen wird zur Last gelegt, eine Tribüne auf der Rennbahn im Londoner Hurst Park in Brand gesteckt zu haben. 23.07.Bei einem Fabrikbrand in Binghampton im US-amerikanischen Bundesstaat New York kommen 65 Arbeiterinnen ums Leben, während 30 schwer verletzt werden. Die Arbeiterinnen - zumeist junge Polinnen - hatten aufgrund der häufigen Probealarme in letzter Zeit die Brandsignale nicht ernst genommen und blieben daher in ihren Arbeitsräumen. 24.07.Fünf britische Anhängerinnen des Frauenstimmrechts versuchen, in das Tagungsgebäude des britischen Unterhauses zu gelangen, um Innenminister Reginald MacKenna eine Petition zu überreichen. Nachdem sie sich von der Parlamentspolizei nicht hinausweisen lassen, werden sie verhaftet. 25.07.Die wegen militanter Aktionen inhaftierte Emmeline Pankhurst, eine der führenden britischen Frauenrechtlerinnen, schwebt aufgrund eines Hungerstreiks in Lebensgefahr. 22.08.Delegierte des Verbands sozialdemokratischer Wahlvereine Groß-Berlins fordern auf einer Veranstaltung zum "Gebärstreik" auf. Damit sollen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung und dem Militär weniger Arbeiter und Soldaten zur Verfügung stehen. Clara Zetkin und Rosa Luxemburg sprechen sich gegen den Vorschlag ihrer Parteigenossen aus. 01.09.Die britische Regierung lehnt in London ein Gnadengesuch für die inhaftierte Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst ab. Nach ihrer Ansicht sind nicht die schlechten Haftbedingungen schuld an Emmeline Pankhursts kritischen Gesundheitszustand. 14.09.In Jena beginnt der Parteitag der SPD. Ein Antrag von Rosa Luxemburg über den Einsatz des Massenstreiks als politische Waffe wird mehrheitlich abgelehnt. 29.09.Bei der siebten Hauptversammlung des Verbandes fortschrittlicher Frauenvereine steht das Thema Beruf und Ehe im Mittelpunkt. Zur Versammlungsleiterin wird die Berliner Frauenrechtlerin Minna Cauer gewählt, die zum linken Flügel der bürgerlichen deutschen Frauenbewegung zählt. 01.12.In Köln wird eine Frau unter der Anschuldigung verhaftet, für einen größeren Kundinnenkreis Abtreibungen - die nach § 218 Reichsstrafgesetzbuch verboten sind - vorgenommen zu haben. Eine schwangere Frau war während der Abtreibung gestorben. | |
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