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KALENDER

Chronik für das Jahr 1919

07.01.
Das Zölibat für Lehrerinnen wird vom Hamburger Arbeiter- und Soldatenrat aufgehoben.

15.01.
Rosa Luxemburg wird am Landwehrkanal ermordet. 
Mit Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg werden die beiden bekanntesten FührerInnen der Spartakisten durch Angehörige der Garde-Schützen-Kavallerie-Division gefangengenommen und ermordet. Wilhelm Pieck gelingt die Flucht. Die später folgenden Prozesse gegen die Mörder Luxemburgs und Liebknechts werden nicht ernsthaft betrieben.

19.01.
Bei den Wahlen zur Deutschen Nationalversammlung dürfen Frauen erstmals mitwählen und gewählt werden.

19.01.
Zum ersten Mal in der deutschen Geschichte dürfen Frauen mit aktiven und passiven Wahlrecht an Wahlen auf Reichsebene teilnehmen; die Parteien der Mitte - SPD, Zentrum und Deutsche Demokratische Partei - erhalten eine Dreiviertelmehrheit.

16.02.
Österreichische Frauen dürfen zum ersten Mal von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen.

19.02.
Als erste Frau in der deutschen Parlamentsgeschichte spricht die sozialdemokratische Abgeordnete Marie Juchacz vor der deutschen Nationalversammlung.

24.03.
Käthe Kollwitz wird an die Berliner Akademie der Künste berufen.

05.04.
Das britische Unterhaus nimmt eine Gesetzesvorlage zur Gleichstellung der Frauen an.

10.04.
Brüssel: Die belgische Abgeordnetenkammer nimmt einen Gesetzentwurf zur Wahlrechtsreform an. Danach wird bei den Frauen nur Witwen und Müttern gefallener Soldaten das Wahlrecht zuerkannt. Linksliberale und Sozialisten hatten die Einführung des Frauenwahlrechts heftig bekämpft. Die Klerikalen hatten es befürwortet, weil sie sich davon die Sicherung ihrer parlamentarischen Mehrheit erhofften.

27.04.
Das Drama "Die Wupper" von Else Lasker-Schüler wird im Deutschen Theater in Berlin uraufgeführt.

01.05.
Die Kommunistin Clara Zetkin beginnt mit der Herausgabe des KPD-Organs "Die Sozialistin", das ab September unter dem Titel "Die Spartakistin" und ab 1920 als "Die Kommunistin" erscheint.

07.05.
Evita Duarte de Perón in Los Toldos, Argentinien geboren (†26.07.1952), argent. Politikerin und Schauspielerin

12.05.
In Zürich beginnt der zweite Kongreß der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit.

15.05.
2. Internationaler Frauenfriedenskongress in Zürich.

21.05.
Das US-Repräsentantenhaus in Washington nimmt den Zusatzantrag zur Verfassung betreffs Einführung des Frauenstimmrechts mit 304 zu 89 Stimmen an. Obwohl am 4. Juni auch der Senat den Entwurf mit 56 zu 25 Stimmen annimmt, ist das Schicksal des Frauenstimmrechts ungewiß, da die Ablehnung von nur 13 Parlamenten der Bundesstaaten die Verfassungsänderung unmöglich machen kann.

25.05.
Die Münchnerin Marie Kießling stellt bei einem Leichtathletik-Turnier in ihrer Heimatstadt mit 13,5 sec einen deutschen Rekord auf der 100-m-Strecke auf.

31.05.
Die Leiche der am 15. Januar ermordeten kommunistischen Politikerin Rosa Luxemburg wird aus dem Landwehrkanal in Berlin geborgen; Rosa Luxemburg war von Soldaten getötet und in den Kanal geworfen worden.

13.06.
Rosa Luxemburg, die am 15. Januar ermordet wurde, wird in Berlin beigesetzt.

29.06.
Die stimmberechtigten Männer des schweizerischen Kantons Neuenburg lehnen bei der ersten Volksabstimmung in der Schweiz über die Gleichberechtigung der Geschlechter mit 12 000 zu 5300 die politische Gleichberechtigung der Frauen ab. Die Mehrheit fürchtet, durch das Frauenstimmrecht könne der Sozialismus gefördert werden.

15.07.
Iris Murdoch, anglo-irische Schriftstellerin, in Dublin geboren.

17.07.
Erfolgreichste Teilnehmerin am Tennisturnier in Wimbledon ist die Französin Suzanne Lenglen.

31.07.
In Weimar nimmt die Nationalversammlung die Reichsverfassung für die Republik an (sie tritt am 14.08. in Kraft) und Frauen erhalten erstmals das Wahlrecht.

03.09.
Die italienische Abgeordnetenkammer in Rom billigt die Vorlage über die Einführung des Frauenwahlrechts. Mit Ausnahme von Prostituierten erhalten alle Frauen das aktive und passive Wahlrecht.

28.09.
Bei einer Volksabstimmung im Großherzogtum Luxemburg spricht sich die Mehrheit für die Beibehaltung der Monarchie unter Großherzogin Charlotte aus.

28.10.
Das britische Unterhaus in London nimmt zwei Anträge an, nach denen verheiratete Frauen zu Richterinnen ernannt werden können und Inhaberinnen der Peerswürde im Oberhaus dieselben Rechte genießen wie die männlichen Peers. Das britische Oberhaus hatte am 31. Juli die Zulassung von Frauen abgelehnt.

28.11.
In England wird erstmals eine Frau ins Unterhaus gewählt: die für die Unionisten (Konservative) kandidierende Nancy Viscountess Astor schlägt in Plymouth den Labour-Bewerber.

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